Geboren wurde ich in einer Stadt mit Schloss. Einem kleinen Schloss zwar, aber immerhin einem Schloss. Dem Vöhlinschloss. Die Stadt heißt Illertissen.
Ist nicht schwer zu erraten, wo das liegt. An der Iller nämlich. Die Iller ist einer der vielen Zuflüsse der Donau. In Ulm fließt die Iller in die Donau und Illertissen liegt vielleicht 20 km flussaufwärts. Lassen wir uns etwa fünf Kilometer die Iller hinunter treiben, so landen wir in Vöhringen. Meiner Heimatstadt. Vöhringen liegt auch an der Iller. Hier bildet die Iller salopp gesagt die Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg. Vöhringen und Illertissen liegen auf der bayerischen Seite, Ulm ist bereits Baden-Württemberg.
Und für alle Nicht-Süddeutschen: Vöhringen ist im Herzen Süddeutschlands!
Vöhringen liegt also im unteren Illertal. Unten, weil am Ende des Flusslaufs. Nicht geographisch, da die Iller nach Norden fließt. Vöhringen behauptet von sich, die fidele Stadt im unteren Illertal zu sein. Für seine etwa 13000 Einwohner ist das Kultur- und Sportangebot auch ganz ordentlich. Wenn nicht im Vereinsleben oder kleineren Veranstaltungen, so findet doch jeder Kulturinteressierte spätestens im "Kulturzentrum" seine Schmankerl. Das Kulturzentrum oder auch Wolfgang-Eychmüller-Haus beinhaltet eine theaterreife Bühne, auf der auch schon mal (aus Film und Fernsehen) bekannte deutsche Gesichter zu sehen sind. Im SCV (Sportclub Vöhringen) erreichen die Hand- und Volleyballer, ebenso die Turner, ein überregionales Niveau. Die Skilehrer und Kegler nicht zu vergessen! Fußball wird ganz groß geschrieben.
Und man schwätzt schwäbisch in Vöhringen. Man spricht nicht oder redet. Man schwätzt. Man sagt auch "Fearänga", nicht Vöhringen. Vöhringen hat seine eigene Sprache. Sie ist der Sprachfamilie des Schwäbischen zugeordnet. Dennoch etwas eigen. Unterscheidet sich also für Insider vom Schwäbisch des Nachbarorts. Außenstehende neigen dazu, den Dialekt dem Allgäu bzw. gar Stuttgart zuzuordnen. Falsch! Hört mal genau hin!